Verzweiflung

Sie war wieder einmal unterwegs,

ohne Ziel und ohne Sinn.

Sie ging so ganz verlassen

und trauernd vor sich hin.

Sie dachte an die Liebe,

was mochte das wohl sein.

War sie nicht schön und stark

und doch zum zerreissen klein?

Erinnerungen schwappen über,

als sie auf der Brücke steht.

Sie betrachtet das Wasser,

wie es fließt und immer weiter geht.

Damals hatte sie auch geweint,

warum war sie nicht gesprungen?

Gab es denn Gründe, sonst

ist ihr doch stets alles gelungen?

Sie wollte springen, wieder,

gerade jetzt, als sie da stand.

Sie war schon bereit zum Sturz,

doch dann zitterte ihre Hand.

Der Grund von damals war heute nur noch

ein Betrug an das eigene Ich.

Es war jetzt wieder eine Lüge, die sie am Leben

hielt, sein Satz: "Ich liebe dich."

Autor unbekannt

 

- Back -